Elektroauto aus Deutschland importieren 2026: Kosten, NoVA & Förderungen

Zuletzt aktualisiert: Julian Jany

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Preisvorteil eines E-Auto-Imports bleibt in voller Höhe erhalten: Es fällt keine NoVA an (§3 NoVAG, 0 g/km), die — wie beim Verbrenner-Import — einen Teil der Ersparnis wegnehmen würde. Der Vorteil selbst kommt aus dem Preisdelta zwischen dem deutschen und dem österreichischen Markt und ist je nach Modell unterschiedlich groß.
  • Der Preisvorteil hat sich aber verschoben: Bei kompakten Mengenmodellen (VW ID.3/ID.4, Skoda Enyaq, Audi Q4, Mercedes EQA/EQB) haben sich die deutschen und österreichischen Preise 2026 weitgehend angeglichen. Der klare Vorteil liegt heute bei Premium-Stromern und E-Vans.
  • Größter Importvorteil aktuell: Mercedes EQV (E-Van, Median rund € 8.400 unter vergleichbaren AT-Angeboten), Audi e-tron und e-tron GT sowie BMW iX2 und iX (rund € 2.400–€ 3.900). Basis: aktive AS24-Händlerangebote gegen den österreichischen Markt, Stand 08/2026.
  • Batteriezustand vor dem Kauf prüfen lassen: Ein State-of-Health (SoH) unter 80 % kostet spürbar Reichweite. DEKRA prüft das für ca. € 80–€ 120; im COC steht der Batteriezustand nicht.
  • Eine staatliche E-Auto-Kaufprämie gibt es in Österreich 2026 nicht mehr: Die Bundesförderung war Anfang 2025 ausgeschöpft, das Programm endete am 31. März 2026. Es gibt also keine Förderung, die ein Import verspielen würde.

Wer ein Elektroauto importiert, zahlt keine NoVA — die Kostenstelle, die einen Verbrenner-Import verteuert, fällt hier ganz weg. Der eigentliche Preisvorteil kommt aber aus dem Delta zum österreichischen Markt. Beim reinen Preisvergleich lohnt sich der Import 2026 aber nicht mehr pauschal: Bei kompakten Mengenmodellen haben sich die deutschen und österreichischen Preise angeglichen, der klare Vorteil liegt heute bei Premium-Stromern und E-Vans. Was dabei zu beachten ist, erklärt dieser Leitfaden.

€ 1.700–€ 8.400Median-Ersparnis der Top-Importmodelle
€ 0NoVA für alle Elektroautos
§3 NoVAGGrundlage der NoVA-Befreiung

Was den EV-Import 2026 ausmacht

1. Keine NoVA beim Import. Elektroautos sind nach §3 NoVAG vollständig von der Normverbrauchsabgabe befreit. Kein CO₂-Malus, kein Satz, kein Abzugsposten: die NoVA beträgt € 0. Das gilt für jedes reine Elektroauto, anders als beim Verbrenner-Import, wo NoVA auf den Fahrzeugwert anfällt.

Vollständige NoVA-Befreiung nach §3 NoVAG Bei 0 g/km CO₂ ergibt die Formel (0 − 91) ÷ 5 = −18,2 % (Stand 2026), das Ergebnis ist € 0 NoVA. Die NoVA-Anmeldung (Formular NoVA 2) bleibt trotzdem Pflicht, auch wenn der Betrag null ist. Sie ist Voraussetzung für die Zulassung.

2. Der Preisvorteil hat sich verschoben. Ende 2023 lief die deutsche Umweltprämie aus, tausende Leasingrückläufer drückten die deutschen Gebrauchtpreise. 2026 haben die österreichischen Preise bei kompakten Mengenmodellen (VW ID.3/ID.4, Skoda Enyaq, Audi Q4, Mercedes EQA/EQB) weitgehend nachgezogen, der Importvorteil ist dort praktisch verschwunden.

3. Wo der Vorteil geblieben ist: Premium und Vans. Bei Premium-Stromern und E-Vans bleibt der Abstand groß, weil das österreichische Angebot dünn und die deutsche Wertminderung in diesem Segment besonders steil ist. Mercedes EQV, Audi e-tron und e-tron GT, BMW iX und iX2 liegen nach allen Importkosten weiterhin klar unter vergleichbaren österreichischen Angeboten (siehe Tabelle unten).

Welche E-Autos sich beim Import lohnen

Die folgenden Modelle haben aktuell den größten Importvorteil. Angegeben ist die mediane Netto-Ersparnis gegenüber vergleichbaren österreichischen Angeboten, nach allen Importkosten (NoVA € 0, Überführung, GKDB, NOVORA-Service):

ModellTypØ DE-PreisNetto-Ersparnis (Median)gute Angebote¹
Mercedes EQVE-Van / MPV~€ 54.000~€ 8.400bis ~€ 12.000
BMW iX2Kompakt-SUV~€ 49.000~€ 3.900bis ~€ 6.900
Audi e-tronSUV~€ 34.500~€ 3.900bis ~€ 6.400
Audi e-tron GTGran Turismo~€ 52.000~€ 3.800bis ~€ 5.600
BMW iXSUV~€ 67.000~€ 2.400bis ~€ 8.400
BMW iX1Kompakt-SUV~€ 41.500~€ 1.700bis ~€ 4.800

¹ 75.-Perzentil der Netto-Ersparnis. Basis: aktive AS24-Händlerangebote (Regelbesteuerung) gegen vergleichbare österreichische Angebote auf willhaben.at, Stand 08/2026, je Modell n = 48 bis 320 Angebote. Netto-Ersparnis (Median) = österreichischer Vergleichspreis minus vollständige Importkosten. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom konkreten Angebot ab.

Kompaktklasse: genau rechnen Bei kompakten Mengenmodellen (VW ID.3/ID.4, Skoda Enyaq, Audi Q4, Mercedes EQA/EQB, Hyundai Kona) liegt die mediane Ersparnis 2026 nahe null oder negativ, die österreichischen Preise haben nachgezogen. Ein Import kann sich im Einzelfall trotzdem lohnen, aber nur mit konkreter Berechnung. Rechnen Sie jeden Kauf mit dem NOVORA Import-Rechner durch.

Was beim EV-Import anders ist als bei Verbrennern

NoVA, Berechnung entfällt komplett

Die Formel ergibt € 0, wie im Hinweis oben dargestellt, wichtig ist: Die NoVA-Anmeldung beim Finanzamt (Formular NoVA 2) bleibt trotzdem Pflicht, auch wenn kein Betrag fällig wird.

Batteriezustand prüfen

Beim Verbrenner prüft man Karosserie, Motor und Getriebe. Beim Elektroauto kommt die Batterie hinzu. Der State of Health (SoH) gibt an, welchen Prozentsatz der ursprünglichen Kapazität die Batterie noch hat:

  • SoH über 90 %: sehr guter Zustand
  • SoH 80–90 %: normal für 3–5 Jahre altes Fahrzeug, keine Einschränkung
  • SoH unter 80 %: messbar reduzierte Reichweite, Preis sollte das widerspiegeln
SoH-Prüfung: ca. € 80–€ 120 bei DEKRA NOVORA koordiniert die Batteriezustandsprüfung als Teil der Fahrzeugprüfung. Bei SoH unter 80 %: Kaufpreis sollte das widerspiegeln, schriftliches Ergebnis vor dem Kauf verlangen.

COC und Reichweitenangaben

Das COC eines Elektroautos enthält die WLTP-Reichweite. Diese ist für die Zulassung nicht ausschlaggebend (nur CO₂ = 0 und Fahrzeugkategorie M1 zählen), aber relevant für Versicherungsklassierung und Ihre eigene Reichweitenplanung. Achten Sie darauf, dass der WLTP-Wert im COC dem Modell entspricht, bei unterschiedlichen Batteriegrößen derselben Baureihe gibt es verschiedene Werte.

Ladeanschluss und Kompatibilität

Alle in Deutschland angebotenen EU-Fahrzeuge haben seit 2014 den Typ 2 (Mennekes) für AC-Laden als Standard. DC-Schnellladen: CCS (Combined Charging System) ist EU-Standard für alle Neufahrzeuge seit 2022. CHAdeMO (Nissan Leaf bis 2022) ist in Österreich seltener unterstützt.

Prüfen Sie: Hat das Fahrzeug CCS? Bei Fahrzeugen vor 2020 manchmal nur CHAdeMO oder CCS als Aufpreis. Prüfen Sie das im COC oder im Konfigurationsprotokoll.

Die Modelle mit dem größten Importvorteil

Mercedes EQV (E-Van / MPV): Der klarste Fall. Als vollelektrischer Großraum-Van ist das österreichische Angebot dünn, während Deutschland viele Leasing- und Flottenrückläufer hat. Mediane Netto-Ersparnis rund € 8.400, bei guten Angeboten über € 12.000. Interessant für Familien, Gewerbe und Shuttle-Betrieb.

BMW iX2 (Kompakt-SUV-Coupé): Junges Modell mit großem deutschen Angebot. Mediane Ersparnis rund € 3.900, gute Angebote bis rund € 6.900.

Audi e-tron (SUV): Das erste große Audi-Elektro-SUV, inzwischen als Q8 e-tron geführt. Hohe Stückzahlen und steile Wertminderung in Deutschland, in Österreich hält sich der Preis besser. Mediane Ersparnis rund € 3.900, gute Angebote bis über € 6.000.

Audi e-tron GT (Gran Turismo): Performance-Stromer auf 800-Volt-Basis. Im Premiumsegment ist die deutsche Wertminderung besonders steil, mediane Ersparnis rund € 3.800.

BMW iX (SUV): Großes Elektro-SUV mit hoher Reichweite. Mediane Ersparnis rund € 2.400, die Spanne ist groß, gute Angebote liegen über € 8.000.

BMW iX1 (Kompakt-SUV): Das zugänglichste Modell dieser Liste, großes Angebot in Deutschland. Mediane Ersparnis rund € 1.700, gute Angebote rund € 4.800.

Alle Angaben: mediane Netto-Ersparnis gegenüber vergleichbaren österreichischen Angeboten, nach allen Importkosten (Stand 08/2026). Bei kompakten Mengenmodellen (ID.3/ID.4, Enyaq, Q4, EQA/EQB) hat sich der Vorteil dagegen weitgehend geschlossen.

E-Auto-Förderung 2026: Was noch gilt

Die staatliche E-Auto-Kaufprämie ist ausgelaufen. Die Bundesförderung war Anfang 2025 budgetär aufgebraucht, das Förderprogramm endete endgültig am 31. März 2026. Eine bundesweite Kaufprämie gibt es 2026 also weder für heimische Neuwagen noch für Importe. Einzelne Bundesländer haben teils eigene Programme, meist mit eigenen Bedingungen.

Für den Import bedeutet das: Es gibt keine Förderung mehr, die man beim Import verlieren würde. Der wirtschaftliche Vorteil des EV-Imports ist das Preisdelta zum österreichischen Markt — und weil beim E-Auto keine NoVA anfällt, kommt dieses Delta in voller Höhe an, anders als beim Verbrenner-Import.

Steuerlich bleibt die NoVA-Befreiung bestehen. Zu beachten: Seit 1. April 2025 zahlen auch Elektroautos die motorbezogene Versicherungssteuer, die zuvor entfiel. Für Unternehmen gelten weiterhin Vorteile (Vorsteuerabzug, 0 % Sachbezug bis Ende 2026, erhöhter Öko-Investitionsfreibetrag).

Beim EV-Import zählt heute die Modellwahl: € 0 NoVA gilt immer, der Preisvorteil aber vor allem bei Premium-Stromern und E-Vans. Für kompakte Mengenmodelle lohnt der Import 2026 meist nicht mehr, hier zahlt sich der genaue Vergleich mit dem Rechner am meisten aus.

Häufige Fragen

Null. Elektroautos mit CO₂-Emissionen von 0 g/km sind vollständig von der NoVA befreit. Die NoVA-Formel ergibt bei 0 g/km einen negativen Wert, was in Österreich als € 0 behandelt wird. Das gilt für reine Batterieelektroautos (BEV), nicht für Hybride, die einen Verbrennungsmotor haben und CO₂ emittieren.

Deutschland hatte eine staatliche Umweltprämie (bis Ende 2023: bis € 9.000 Nettobonus für Neuwagen). Als die Prämie wegfiel, gaben Firmen und Leasingnehmer ihre Fahrzeuge zurück, ein Angebotsschock. Dazu kommt: Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt ist 10× größer als der österreichische, was generell die Preise drückt. Am größten ist das Delta heute bei Premium-Stromern und E-Vans (Mercedes EQV, Audi e-tron/e-tron GT, BMW iX/iX2); bei kompakten Mengenmodellen hat es sich weitgehend geschlossen.

Die bundesweite E-Auto-Kaufprämie ist ausgelaufen: Das Budget war Anfang 2025 aufgebraucht, das Förderprogramm endete am 31. März 2026. Eine staatliche Kaufprämie gibt es 2026 also nicht mehr, weder für Neuwagen noch für Importe. Vereinzelt bieten einzelne Bundesländer eigene Programme mit eigenen Bedingungen. Für Importkäufer ist das kein Nachteil: Der Vorteil liegt ohnehin bei € 0 NoVA und dem Preisdelta zum österreichischen Markt. Steuerlich bleibt es bei der NoVA-Befreiung; seit 1. April 2025 zahlen E-Autos allerdings die motorbezogene Versicherungssteuer.

Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Batteriezustandsprüfung beim Import. Empfehlenswert ist sie trotzdem: Ein State-of-Health (SoH) unter 80 % bedeutet merklich reduzierte Reichweite. DEKRA bietet Batteriezustandsprüfungen für ca. € 80–€ 120 an, NOVORA koordiniert das als Teil der Fahrzeugprüfung.

Nach aktueller NOVORA-Auswertung (aktive AS24-Händlerangebote gegen den österreichischen Markt, Stand 08/2026) haben diese Modelle den größten Importvorteil, angegeben als mediane Netto-Ersparnis gegenüber vergleichbaren AT-Angeboten nach allen Importkosten:

  • Mercedes EQV (E-Van): rund € 8.400
  • BMW iX2: rund € 3.900
  • Audi e-tron / e-tron GT: rund € 3.800–€ 3.900
  • BMW iX: rund € 2.400 (gute Angebote deutlich mehr)
  • BMW iX1: rund € 1.700 (gute Angebote rund € 4.800)

Kompakte Mengenmodelle (VW ID.3/ID.4, Skoda Enyaq, Audi Q4, Mercedes EQA/EQB) lohnen sich dagegen meist nicht mehr, hier haben sich die Preise angeglichen. Rechnen Sie jedes Angebot einzeln mit dem NOVORA Import-Rechner durch.

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