
MG IM6 im ersten Test: Starke Technik, aber auch spürbare Schwächen im Alltag
(Bildquelle: MG Motor Presseportal - https://mgmotor.media/pressefotos/)
MG bringt mit dem IM6 ein Elektro-SUV auf den Markt, das mit 800-Volt-Technik, bis zu 553 kW Leistung und einer optionalen Luftfederung aufwartet. Ein erster Test im französischen Jura zeigt, wo das Fahrzeug überzeugt – und wo der Aufpreis für die Luftfederung tatsächlich spürbar wird [1].
Ein SUV auf Basis der Limousine IM5
Der IM6 ist das SUV-Pendant zur Limousine MG IM5. Beide Modelle stammen aus demselben Baukasten und teilen sich Plattform, die 100-kWh-Batterie, die Antriebe sowie das Bedienkonzept [1]. Mit 4,90 Metern ist der IM6 zwar zwei Zentimeter kürzer als die Limousine, dafür aber 2,8 Zentimeter breiter und knapp 20 Zentimeter höher. Der Radstand von 2,95 Metern ist bei beiden Modellen identisch [1]. Die Marke IM steht für „Intelligence in Motion“ und gehört wie MG zum chinesischen SAIC-Konzern. Ursprünglich in China als eigenständige Marke unterwegs, debütierte sie im Sommer 2025 in Großbritannien und wird seit Juli 2026 auch in Deutschland sowie in Frankreich, Belgien und den Niederlanden über das bestehende MG-Händlernetz vertrieben [1].
Leistung, Reichweite und Preise
Der Einstiegspreis für die Heckantriebsvariante liegt bei 56.990 Euro, die Allradversion kostet 60.990 Euro [1]. Gegen einen Aufpreis von 2.000 Euro ist beim Allradmodell zusätzlich eine adaptive Luftfederung erhältlich – eine Option, die es beim IM5 nicht gibt [1]. Bei maximaler Motorisierung leistet der IM6 bis zu 553 kW, was 751 PS entspricht. Internationale Messwerte bestätigen diese Größenordnung: Carwow gibt eine Leistungsspanne von 407 bis 751 bhp an, je nach Konfiguration [2]. Der nutzbare Energieinhalt der Batterie liegt bei 96,5 kWh – die Modellbezeichnung „100 kWh“ nennt den Bruttowert [1]. Die maximale Ladeleistung beträgt 396 kW, was einen DC-Ladevorgang in rund 17 Minuten ermöglichen soll [2]. In puncto Reichweite liegt die Heckantriebsvariante nach WLTP bei bis zu 710 Kilometern, während die Allradversion 545 Kilometer schafft. Mit montierter Luftfederung sinkt der Wert auf 505 Kilometer.
Luftfederung: Komfortgewinn mit Kompromissen
Die adaptive Luftfederung soll den Charakter des Autos spürbar verändern und erlaubt eine individuelle Anpassung von Federungshärte und Fahrzeughöhe [1]. Auch der australische Importeur beschreibt ein System, das Steifigkeit und Bodenfreiheit automatisch an Geschwindigkeit und Zuladung anpasst, kombiniert mit einer bidirektionalen Hinterachslenkung, die den Wendekreis deutlich verkleinert [5]. In der Praxis zeigt sich allerdings ein gemischtes Bild: Während einige Tester die Kombination aus Allradlenkung und Luftfederung als Komfortgewinn loben, bemängelt ein anderer Test explizit die Fahrwerksabstimmung und spricht von mäßigem Fahrkomfort und wenig mitreißender Handhabung [3]. Wer sich für die 2.000-Euro-Option entscheidet, sollte diese also idealerweise vorab selbst probefahren, statt sich allein auf die Papierform zu verlassen.
Bedienung und Verarbeitung im Innenraum
Auffälligstes Element im Innenraum ist die Kombination aus einem 26,3 Zoll großen Panorama-Display und einem zusätzlichen 10,5-Zoll-Touchscreen, die gemeinsam praktisch die gesamte Frontpartie des Armaturenbretts einnehmen [2]. So beeindruckend die Optik wirkt, so verwirrend fällt laut mehreren Testern die Bedienung aus: Menüs seien verschachtelt und Funktionen schwer auffindbar [2][3]. Zu den weiteren Kritikpunkten zählen die eingeschränkte Sicht nach hinten sowie eine als unzureichend empfundene Effizienz im realen Fahrbetrieb [2][3]. Auch bei der Verarbeitungsqualität gibt es laut den Tests Luft nach oben, auch wenn Sitzkomfort und Geräuschdämmung im Innenraum durchweg positiv hervorgehoben werden [3][4].
Kritik von internationalen Testern
Über mehrere Märkte hinweg zeichnen die bislang veröffentlichten Tests ein ähnliches Bild: Die reine Beschleunigung und die Ladegeschwindigkeit gelten als Argumente für den IM6, ebenso das großzügige Platzangebot im Innenraum [3][6]. Gleichzeitig werden die Fahrerassistenzsysteme in mehreren Reviews als aufdringlich und störend beschrieben – so sehr, dass ein australischer Test den einfachen Ausschalter für diese Systeme als besonders hilfreiches Feature hervorhebt [6]. Ein britischer Test formuliert es pointiert: Man solle sich vom MG-Schriftzug nicht täuschen lassen, denn unter der Haube stecke ein chinesisches Elektro-SUV, das zwar viel Platz und einen ruhigen Innenraum biete, aber weder besonders günstig sei noch mit einem überzeugenden Fahrverhalten aufwarte [4]. Die Fahrwerksabstimmung wird dort sogar als „appalling“ bezeichnet [4] – ein Urteil, das man angesichts der eher gemischten Bewertungen anderer Tester zumindest mit einem Fragezeichen versehen sollte, das aber in der Tendenz nicht allein dasteht.
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Was das für den Import nach Österreich bedeutet
Für Käuferinnen und Käufer in Österreich ist zunächst relevant, dass der IM6 bislang explizit für den deutschen, französischen, belgischen und niederländischen Markt bestätigt ist [1] – eine offizielle Verfügbarkeit oder Preisliste für Österreich lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten. Wer das Fahrzeug aus Deutschland importieren möchte, sollte die dortigen Listenpreise von 56.990 Euro für die Heckantriebs- und 60.990 Euro für die Allradvariante als Ausgangspunkt heranziehen [1], wobei ein direkter Preisvergleich erst mit einer offiziellen Österreich-Preisliste sinnvoll möglich wäre. Da es sich um ein vollelektrisches Fahrzeug handelt, dürfte die NoVA-Berechnung, die sich in Österreich am CO2-Ausstoß orientiert, aufgrund der Emissionsfreiheit im Betrieb vergleichsweise gering ausfallen – konkrete Werte für dieses Modell liegen jedoch nicht vor.
Bei der technischen Ausstattung ist zudem zu beachten, dass MG die Fahrwerksabstimmung und das Infotainment laut einem britischen Test gezielt für den europäischen Markt angepasst hat [4]. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Fahrzeuge aus Übersee-Märkten wie Australien möglicherweise nicht 1:1 mit der für Europa ausgelieferten Version übereinstimmen – ein Detail, das bei Importfahrzeugen abseits der etablierten EU-Kanäle durchaus ins Gewicht fallen kann. Für eine Einzeltypisierung in Österreich wären außerdem die Homologationsunterlagen des jeweiligen Herkunftsmarktes sowie eine mögliche Anpassung an österreichische Zulassungsvorgaben zu prüfen.
Genau an diesem Punkt zeigt sich, warum sich ein Blick auf die Details lohnt, bevor man sich für ein Importfahrzeug entscheidet: Zwischen einem baugleichen Modell aus einem EU-Nachbarland und einer technisch abweichenden Version von außerhalb Europas liegen mitunter relevante Unterschiede – bei Software, Assistenzsystemen oder eben der Fahrwerksabstimmung. Wer sich beim Import auf fundierte Marktkenntnis und eine saubere Abwicklung der NoVA- und Zulassungsfragen verlassen kann, erspart sich hier böse Überraschungen nach der Anmeldung.
