
Pariser Autosalon 2026: Elektro-Kleinwagen, große SUV und viele Neuheiten aus China
(Symbolbild, KI-generiert)
Der Mondial de l’Auto meldet sich nach mehreren eher zurückhaltenden Ausgaben mit neuem Schwung zurück. Vom 12. bis 18. Oktober öffnet die Messe auf dem Gelände der Paris Expo Porte de Versailles ihre Tore – der 12. Oktober bleibt Fachpresse und Branche vorbehalten, ab dem 13. Oktober darf dann auch das Publikum durch die Hallen ziehen [1]. Mit mehr als 100 vertretenen Marken rechnen die Veranstalter fest damit, dass der Salon nach den ruhigeren Jahren wieder an Gewicht gewinnt [1]. Für alle, die den Automarkt genau beobachten, lohnt sich also ein Blick nach Paris – auch mit österreichischer Brille.
Elektro-Kleinwagen und große SUV bei den deutschen Herstellern
Bei den deutschen Konzernen liegt der Schwerpunkt klar auf der Elektromobilität. Audi bringt mit dem A2 E-Tron einen neuen elektrischen Kleinwagen nach Paris und zeigt parallel dazu das große SUV Q9 – zwei Modelle, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Volkswagen setzt mit den Stromern ID.Polo und ID.Cross auf einen ähnlichen Kurs: kompakt, alltagstauglich, elektrisch. Mercedes-Benz präsentiert unterdessen die neue C-Klasse sowie mit dem AMG GT Coupé ein Leistungsmodell mit 1.153 PS – ein Kontrastprogramm, das zeigt, wie breit sich die Konzerne mittlerweile aufstellen müssen, um sowohl Effizienz- als auch Performance-Ansprüche zu bedienen.
Chinesische Marken und Stellantis mit breitem Konzeptprogramm
Ein Thema, das sich durch die gesamte Messe zieht, ist die wachsende Präsenz chinesischer Automobilhersteller, die den europäischen Marken zunehmend Ausstellungsfläche abringen [1]. Das Programm reicht von günstigen Elektroautos über neue SUV-Modelle bis zu Sportwagen und einer beachtlichen Zahl an Konzeptfahrzeugen [1]. Stellantis nutzt die Bühne, um die eigene Markenvielfalt auszuspielen: Der Konzern kündigt gleich neun Konzeptfahrzeuge von acht verschiedenen Marken an, darunter den DS N°7 und die neue Lancia Gamma. Damit zählt Stellantis zu den Ausstellern mit dem größten Auftritt in diesem Jahr.
Fiat bringt den Topolino als Cabrio-Variante
Auch im Kleinstwagensegment bewegt sich etwas. Fiat zeigt den elektrisch angetriebenen Topolino Dolcevita, eine offene Variante des Leichtkraftfahrzeugs der Klasse L6e. Der Zweisitzer darf bereits von Jugendlichen ab 15 Jahren mit dem Führerschein der Klasse AM gefahren werden [2]. Neu an der Dolcevita-Version ist ein Rollverdeck aus Stoff – trotz Elektroantrieb lässt es sich ausschließlich manuell öffnen: von Hand nach hinten gerollt und mit zwei Riemen fixiert [2]. Bislang war dieses Detail der limitierten Topolino Vilebrequin Collector’s Edition vorbehalten, jetzt wird es einem breiteren Kundenkreis zugänglich gemacht [2]. Der Einstiegspreis liegt bei 9.990 Euro, 500 Euro über dem geschlossenen Topolino [2] – ein Aufschlag, der sich angesichts des Segments in einem überschaubaren Rahmen bewegt.
BMW und Mini bleiben der Messe fern
Nicht jeder Hersteller setzt heuer auf Paris. BMW und Mini haben ihre ursprünglich angekündigte Teilnahme bereits im Juli kurzfristig zurückgezogen [1]. Als Begründung nannte BMW veränderte Prioritäten und einen stärkeren Fokus auf andere Veranstaltungsformate, betonte aber zugleich, künftig weiterhin selektiv an Automessen teilnehmen zu wollen [1]. Für den Salon bedeutet das den Wegfall einer traditionsreichen deutschen Marke – während andere Hersteller ihr Engagement in Paris sogar ausbauen. Ein Widerspruch, der zeigt, wie unterschiedlich die Messestrategien der großen Konzerne inzwischen ausfallen.
Testfahrten und Sonderflächen für Besucherinnen und Besucher
Neben den Fahrzeugpremieren setzt die Messe stark auf Interaktion mit dem Publikum. In Halle 7.1 entsteht ein Test Center, in dem mehr als 80 Fahrzeuge unter realen Bedingungen gefahren werden können [1]. In derselben Halle wird zudem die 700 Quadratmeter große “(Un)Limited Area” eingerichtet, eine Sonderfläche für außergewöhnliche Fahrzeuge und Weltpremieren [1]. Ergänzt wird das Programm durch Konferenzen zu Themen wie künstlicher Intelligenz, Software-Defined Vehicles und den Verschiebungen im globalen Automobilmarkt [1] – Themen, die weit über die reine Fahrzeugpräsentation hinausgehen und zeigen, wie sehr sich die Branche insgesamt im Umbruch befindet.
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Was das für den Import nach Österreich bedeutet
Wer in Österreich genau hinschaut, stellt bei Weltpremieren wie diesen zunächst eine simple, aber wichtige Frage: Wann ist das Auto tatsächlich verfügbar? Modelle wie der Audi A2 E-Tron, die VW-Kleinwagen ID.Polo und ID.Cross oder der Fiat Topolino Dolcevita werden in Paris zunächst der Öffentlichkeit präsentiert – der reale Marktstart in Österreich folgt üblicherweise erst mit deutlichem Abstand zur Messepremiere. Wer eines dieser Fahrzeuge früh fahren möchte, muss diese Wartezeit realistisch einplanen, unabhängig davon, wie überzeugend die Studie in Paris wirkt.
Bei der Kostenfrage rückt hierzulande schnell die NoVA in den Fokus, deren Bemessung sich am CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs orientiert. Für die zahlreichen rein elektrischen Neuheiten aus Paris – etwa den A2 E-Tron, die ID-Kleinwagen oder diverse Konzeptfahrzeuge von Stellantis-Marken – fällt aufgrund des CO2-Ausstoßes von null Gramm regulär keine NoVA an. Das macht sie gegenüber vergleichbaren Verbrennermodellen bei Import oder Kauf in Österreich preislich interessant. Der Fiat Topolino nimmt als Leichtkraftfahrzeug der Klasse L6e ohnehin eine Sonderstellung ein, die sich grundlegend von der Zulassung klassischer Pkw unterscheidet.
Bei leistungsstarken Modellen wie dem Mercedes-AMG GT Coupé mit 1.153 PS wirkt dieselbe NoVA-Logik in die entgegengesetzte Richtung: Der CO2-Ausstoß dürfte hier deutlich höher liegen, was sich unmittelbar in einer entsprechend höheren Abgabe niederschlägt. Wer ein solches Fahrzeug nach der Pariser Präsentation nach Österreich importieren möchte, sollte diesen Zusammenhang von Anfang an in die Kalkulation einbeziehen – die Differenz zwischen einem Elektro-Kleinwagen und einem Hochleistungssportler kann bei der NoVA erheblich ausfallen. Insgesamt zeigt das Programm des Salons ziemlich deutlich, wie unterschiedlich die steuerliche Behandlung je nach Antriebsart und Fahrzeugklasse ausfällt, sobald die in Paris gezeigten Modelle tatsächlich den Weg auf österreichische Straßen finden.
Genau an diesem Punkt lohnt sich ein Blick auf die Praxis: Zwischen einer Messepremiere und der fertigen Zulassung in Österreich liegt oft mehr, als der erste Eindruck vermuten lässt – von der Verfügbarkeit über die korrekte NoVA-Berechnung bis zur Frage, ob sich ein Direktimport aus einem anderen EU-Land überhaupt rechnet. Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, bevor das Wunschmodell überhaupt in Österreich angeboten wird, verschafft sich einen klaren Vorteil – und genau dabei unterstützt Novora mit Import-Know-how und einem geschulten Blick für die steuerlichen Feinheiten, die am Ende über den tatsächlichen Preis entscheiden.
