E-Autos: Deutscher Verkehrsminister Schnieder spricht sich für Social Leasing aus  Chancen für Österreich

E-Autos: Deutscher Verkehrsminister Schnieder spricht sich für Social Leasing aus Chancen für Österreich

Novora Team

Kürzlich hat der deutsche Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ seine Unterstützung für ein Social Leasing-Modell geäußert. Dieses Konzept zielt darauf ab, Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu Elektroautos zu erleichtern. Die deutsche Bundesregierung erwägt intensiv, wie eine solche einkommensabhängige Förderung umgesetzt werden kann, und nimmt dabei Frankreich als Vorbild[1].

Frankreich als Vorbild für Social Leasing

Bereits seit Januar 2024 läuft in Frankreich ein staatlich subventioniertes Leasing-Programm, das sich gezielt an Menschen mit niedrigerem Einkommen richtet, die beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen sind. Dieses Projekt war ein zentrales Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron und hat die Erwartungen übertroffen. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Programm im September 2025 erweitert[1]. Auch innerhalb der deutschen Automobilindustrie gibt es Stimmen, die ein ähnliches Modell befürworten. So hat VW-Chef Oliver Blume das Konzept öffentlich unterstützt[1].

Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität in Deutschland

Neben der Diskussion um Social Leasing hat die deutsche Bundesregierung bereits andere Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität ergriffen. Dazu gehört die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos bis 2035. Zudem wird der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangetrieben, und es sind neue Kaufanreize in Planung[1]. Diese Schritte sollen die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Deutschland weiter fördern und die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen.

Herausforderungen bei der Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland

Trotz dieser Initiativen bleibt die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland hinter den Erwartungen zurück. Ein beträchtlicher Anteil der Neuzulassungen geht auf Eigenzulassungen der Autohersteller und -händler zurück. Diese Praxis dient dazu, Absatzziele zu erreichen, obwohl die tatsächliche Nachfrage schwach ist. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 entfielen fast 25 % der Neuzulassungen von Elektroautos auf Eigenzulassungen. Diese Fahrzeuge werden häufig später mit Preisnachlässen als junge Gebrauchtwagen angeboten[1].

Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), sieht in den steigenden Eigenzulassungszahlen ein Warnsignal. Er führt das geringe Interesse der Kunden nicht auf die Fahrzeugpreise zurück, sondern auf die hohen Ladekosten und die unzureichende Ladeinfrastruktur in Wohngebieten[1].

Chancen für den österreichischen Markt

Das Social Leasing-Modell in Deutschland könnte interessante Möglichkeiten für österreichische Käufer:innen eröffnen. Sollte das Programm zu einem Überangebot an jungen Gebrauchtwagen in Deutschland führen, könnte dies den Import attraktiver Elektrofahrzeuge nach Österreich begünstigen. Besonders vorteilhaft: In Österreich entfällt die Normverbrauchsabgabe (NoVA) bei Elektrofahrzeugen vollständig, was den Import aus Deutschland zusätzlich attraktiv macht.

Auch die Weiterentwicklung der Ladeinfrastruktur in Deutschland könnte positive Auswirkungen auf die gesamte DACH-Region haben. Österreichische Fahrer:innen profitieren von einer verbesserten grenzüberschreitenden Ladeinfrastruktur, insbesondere auf wichtigen Transitrouten.

Für österreichische Interessent:innen, die den Import eines Elektrofahrzeugs aus Deutschland in Betracht ziehen, ergeben sich durch die steuerlichen Vorteile bei der NoVA und die potenziell günstigeren Preise für junge Gebrauchtwagen interessante Einsparmöglichkeiten. Eine fundierte Beratung kann dabei helfen, die Vorteile der österreichischen Steuergesetzgebung optimal zu nutzen und die Herausforderungen, die mit dem Import eines Fahrzeugs verbunden sind, souverän zu meistern.

Quellen

  1. spiegel.de
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