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1 Grund für - 1 Grund gegen den Motorrad Import

Für die wahren Leidenschaftler ist Motorrad fahren weit mehr als nur die Fortbewegung von A nach B. Es ist ein Erlebnis, eine Lebenseinstellung und für viele purer Selbstzweck. Dieser Personenkreis definiert den Weg als das Ziel. Am Ende der Ausfahrt den gewünschten Ort zu erreichen ist sekundär - Hauptsache, man fährt.

Egal ob Sie nun schon zu diesem Personenkreis zählen, oder erst zukünftig ein Mitglied dieser Gesellschaft werden möchten, eine eigene 'Maschin' gehört zur Leidenschaft ganz einfach dazu. Abhängig vom Hersteller/Modell, Baujahr, Zustand und anderen Parametern, ist die Anschaffung dieser 'Maschin' aber oft nicht ganz billig. Für diejenigen die sich also die Wunsch-„Reibn“ neu und frisch vom Händler ganz einfach nicht leisten können, bleibt „nur“ der Gebrauchtmarkt.

Was spricht für den Motorrad Import?

Ähnlich wie bei den Autos, ist die Auswahl an Motorrädern im EU-Umland einfach um das zig-fache größer. Im Falle autoscout24.de im Moment sogar 36-mal so groß. Von der Geldanlage in Form einer 72er Münch TTS, über Motorradklassiker wie die GS 550 E von Suzuki bis hin zu Motorradneuheiten wie der BMW R nineT Scrambler findet man einfach alles in unseren Nachbarländern. Für diejenigen die hierzulande also einfach nicht das finden wonach sie suchen, ist der Motorrad Import mit Sicherheit eine hervorragende Möglichkeit um doch an das Wunsch-Motorrad zu kommen.

Was spricht dagegen?

Rein aus finanzieller Sicht ist es im Gegensatz zum Auto Import aber meist nicht unbedingt sinnvoll ein Motorrad einzuführen. Vor allem liegt das an der für Motorräder geltenden veränderten NoVA-Berechnung. Diese errechnet sich wie folgt:

Hubraum in Kubikzentimeter minus 100 mal 2% = NoVA in % (Höchststeuersatz 20 %)

 

Außerdem muss die Erst-Inbetriebnahme im Ausland weniger als 6 Monate zurück, oder der Kilometerstand unter 6.000 km liegen um als gebraucht zu gelten. Ist dem nicht so, was bei Motorrädern zumindest hinsichtlich Zweiterem öfters der Fall sein kann, so muss auch noch 1% MwSt. nachbezahlt werden.

Wir haben uns ein paar aktuellere Modelle (BJ 2015 – max. 5.000 km) angeschaut und die Rechnung gemacht:

Ducati Monster 1200:

Günstigstes Angebot in Deutschland: € 11.799,- (inkl.,deutscher MwSt.)
NoVA: 20% (Höchststeuersatz)
Anmeldefertig in Österreich: € 14.235,- (inkl.,Ausstellung österr. Papiere ca. € 130)
Günstigstes Angebot in Österreich: € 13.990,-

KTM Duke 390:

Günstigstes Angebot in Deutschland: € 3.900,- (inkl.,deutscher MwSt.)
NoVA: 6%
Anmeldefertig in Österreich: € 4.260,- (inkl.,Ausstellung österr. Papiere ca. € 130)
Günstigstes Angebot in Österreich: € 4.200,-

Moto Guzzi V7:

Günstigstes Angebot in Deutschland: € 5.555,- (inkl.,deutscher MwSt.)
NoVA: 13%
Anmeldefertig in Österreich: € 6.340,- (inkl.,Ausstellung österr. Papiere ca. € 130)
Günstigstes Angebot in Österreich: € 6.800,-

Man sieht also, dass sich lediglich der Import der Moto Guzzi aus finanzieller Hinsicht lohnen würde. Allerdings sind hier die Kosten für die Anreise und Überstellung/Transport noch nicht mit einkalkuliert. Außerdem steht der Zeitaufwand für sämtliche Behördengänge wohl nicht dafür.

Unser Fazit: Wenn die 'Maschin' Ihrer Träume in Österreich zu finden und der Preis eines vergleichbaren Modells im Ausland nicht maßgeblich niedriger ist, raten wir von einem Motorrad Import ab. Wenn Sie aber auf der Suche nach einer motorradtechnischen Rarität sind und der Preis nur eine untergeordnete Rolle spielt, so ist es mit Sicherheit sinnvoll auch außerhalb unserer Grenzen zu suchen.

Von Nicolas Jany   |   09.01.2018